Standing Ovations für Jubiläumskonzert in der der Pauluskirche in Bruchsal
von on April 10, 2022 in Konzerte

„Die Nacht ist vergangen, der Tag ist gekommen.“ Nach langer coronabedingter Zwangspause konnten der Meisterchor proVocal Münzesheim und das Sinfonieorchester an der DHBW Karlsruhe am vergangenen Sonntag in der gut besetzten Pauluskirche in Bruchsal endlich wieder vor Publikum musizieren. Anlass war das 20-jährige Jubiläum des Meisterchors proVocal und seines Dirigenten Musikdirektor FDC Matthias Böhringer, dem Musikalischen Direktor des Badischen Chorverbandes, der auch das Sinfonieorchester leitet. Zur Aufführung kam die 2. Sinfonie „Lobgesang“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Mendelssohn gliedert seine Sinfonie in zwei Teile. Er setzt als „Sinfonia“ zusammengefasst drei umfangreiche kontrastierende Sinfoniesätzen dem darauffolgende Kantatenteil bestehend aus Chören, Arien und Duette voran. So entsteht ein monumentales vokales und instrumentales Gesamtwerk, das entfernt an Beethovens 9. Sinfonie erinnert.

Leidenschaftlich mitreißend dirigierte Matthias Böhringer die „Sinfonia“ des Orchesters, das intonationssicher, technisch versiert und auch mit beeindruckender dynamischer Präzision ausgestattet ist. Nach dem von den Posaunen markant intonierten majestätischen Beginn überzeugte das Orchester mit locker tänzerisch gestalteten Streicherklängen, vollem Klang, vorzüglich besetzten Holz- und Blechbläsern und genau abgestimmten, nie aufdringlichem Paukenklang. Mit dem zu Tränen rührenden, leise verklingenden „Adagio religioso“ gestaltete Matthias Böhringer einen sehr atmosphärischen Übergang zum vokalen, geistlichen zweiten Teil. Zu Beginn des Kantatenteils musizierte der stimmgewaltige Chor proVocal dann zusammen mit dem Orchester das Leitmotiv „Alles, was Odem hat, lobe den Herrn“. Mühelos erklommen die Sopranstimmen die höchsten Höhen. Besonders hervorzuheben ist, dass alle Vokalstimmen kontinuierlich immer sehr klar verständlich, dynamisch nuancenreich und intonationssicher waren. Im a cappella Choral „Nun danket alle Gott“ wurden diese über die Jahre hervorragend geschulten stimmlichen Fähigkeiten besonders hörbar und führten zu einer ergreifenden Darbietung.

Aus dem Chor heraus traten Friederike Harfst und Doreen Spillner als Sopransolistinnen auf. Glasklar sang Friederike Harfst zunächst mit Begleitung des Frauenchors, dann im gut abgestimmten Duett mit Doreen Spillner und schließlich mit dem Tenorsolisten Wei Liu. Dieser überzeugte in zwei Arien mit seiner beweglichen und lyrischen Tenorstimme.

Im Schlusschor zogen die über 100 Chor- und Orchestermitglieder unter dem sicheren, klaren und inspirierenden Dirigat von Matthias Böhringer im wahrsten Sinne des Wortes nochmals alle Register, als die große Orgel von der Empore mit ausgezeichnetem Timing gespielt vom Organisten Markus Zepp hinzutrat. Hymnisch und majestätisch endete das Werk mit der leitmotivischen Melodie und dem Text „Alles, was Odem hat, lobe den Herrn“.

Standing Ovations, Bravo -Rufe und eine Zugabe fordernder lang anhaltender Beifall belohnten alle Mitwirkende für diese beeindruckend ergreifende Darbietung.

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